Immobilien und Baufinanzierung 2019

Liebe Leserinnen und Leser,

wir wünschen Ihnen ein frohes neues Jahr in Gesundheit und Glück!

Wie in jedem Jahr stellen sich viele von uns die Frage, was denn das Jahr in den Bereichen unseres täglichen Lebens Neues bringen wird.

Hierzu lässt sich für das Immobilienthema aus unserer Sicht zunächst einmal sagen, dass die Preisentwicklung für Bauvorhaben und Immobilien, vielleicht verhaltener, aber doch vermutlich weiter steigend sein wird. Wir haben derzeit in Deutschland, den einzelnen Bundesländern, ja teilweise sogar innerhalb der gleichen Stadt, sehr differenzierte Situationen und Entwicklungen. Deshalb halten wir auch nichts vom Ausdruck einer Immobilienblase, da dieser steigende Preise auf breiter Front impliziert. Beispielhaft seien hier aber Grundstücke in bestimmten ländlichen Lagen genannt, von denen viele keine entsprechenden Preisentwicklungen erfahren.

Viele junge Familien und Bauwillige haben insbesondere bei der Suche nach bezahlbarem Bauland die erste Hürde ihres Projektes zu nehmen. Enorme Bewerberzahlen auf eine überschaubare Zahl von Bauplätzen, verbunden mit hohen Kaufpreisvorstellungen der Anbieter, die wegen der Nachfragesituation wenig Raum für Verhandlungen geben, werden aller Voraussicht nach auch das Jahr 2019 prägen. Die Kommunen kommen im Bereich der Baulandentwicklung der Marktnachfrage kaum mehr nach. Darüber hinaus sind die aufwendigen Verfahren Zeit- und Kostenfresser bei der Schaffung neuen Baulandes.

Aber Bitte: Verlieren Sie nicht den Mut! Suchen Sie nicht unter Zeitdruck. Internetportale, örtliche Makler, die in Frage kommenden Kommunen und auch die Immobilienanzeigen in der Presse bieten Ihnen viele Möglichkeiten geeignete Grundstücke zu finden.  Unsere Beratungspraxis zeigt im Übrigen, dass häufig auch Grundstücke über private Kontakte gefunden werden. Der Markt für Grundstücke ist eng aber es gibt noch einen!

In jedem Fall sollten Sie sich vor dem Kauf eines Baugrundstückes Gedanken dazu machen, welche Gesamtkosten incl. der Gebäudeerstellung Sie erwarten um damit ein realistisches Szenario zur Umsetzung Ihres Bauvorhabens zu erhalten.

Auch die Baukostenentwicklung wird 2019 voraussichtlich weiter steigend sein. Seit 2016 gibt es einen ungebrochenen Trend des Baupreisindexes für Wohngebäude. Mit Blick auf die Kapazitäts- und Arbeitsmarktlage im Bauhauptgewerbe ist hier eine Trendwende aktuell nicht absehbar.

Im Bereich der Kaufimmobilien entsteht inzwischen der Eindruck, dass sich der Preisanstieg etwas beruhigt. Hier kommt es stark auf Ausstattung und Lage der Immobilien an. Besonders die Marktteilnehmer im Kapitalanlagebereich sind nicht mehr uneingeschränkt bereit, die Preisentwicklung mitzutragen. Eine Bruttorendite von unter 3 % bei einem langfristigen Investment mit klassischen Risiken eines Vermieters halten wir allerdings für fragwürdig.

Nach den vorstehenden Informationen kommt die Frage danach auf: Macht eine Immobilieninvestition überhaupt noch Sinn? Dies lässt sich an dieser Stelle nicht generell beantworten. Die Beantwortung muss aus unserer Sicht individuell erfolgen und ist gerade bei den zur Eigennutzung vorgesehenen Immobilien nicht nur aus finanziellen Aspekten zu klären.

Eine positive Aussicht ist allerdings aus unserer Sicht für den Immobiliensektor auch für 2019 wieder einmal zu erwarten: Entgegen der Zinsprognosen der letzten Jahre ist, nachdem der Hypothekenmarkt seit 2015 einen Boden gefunden hat, noch keine nennenswerte Zinssteigerung zu erwarten.

Sollte auch aktuell der Aktienmarkt als Frühindikator für die Konjunkturlage zu bewerten sein, sind die Konjunkturaussichten eher vorsichtig zu betrachten. Aus diesem Grunde und den Auswirkungen steigender Zinsen auf die Staatshaushalte im Euroraum erwarten wir, abgesehen von kurzfristigen Markttrends, noch keine nachhaltige Zinswende für 2019. Im Übrigen wird die Europäische Zentralbank auch ein Auge auf die Inflationsentwicklung im Euroraum haben. Diese war im November 2018 wieder leicht rückläufig und mit 1,9 % gibt es keinen Anlass, die Geldmarktpolitik wesentlich zu verändern. Auch die Inflations-prognosen für 2019 lassen hier keine andere Entwicklung erwarten.

Dieses Szenario sollte Immobilieneigentümer allerdings nicht verleiten, den Zinsmarkt unbeobachtet zu lassen. Besonders für die Immobilienerwerber der Jahre 2009 bis 2011 sollte in 2019 in jedem Fall (auch oder gerade wenn seinerzeit Zinsbindungen von mehr als 10 Jahren vereinbart wurden) ein Blick darauf geworfen werden, ob eine Anschlussfinanzierung zumindest vorbereitet werden sollte.

Sie haben weitergehende Fragen oder suchen eine individuelle Beratung? Dann kommen Sie gerne auf uns zu!

Einen weiterhin gelungenen Jahresstart 2019 wünscht Ihnen

 

Andreas Ellebracht und Team