Klimapaket kommt schon in Realwirtschaft an!

Das von der Bundesregierung jüngst beschlossene Klimapaket kommt bereits bei Bauherren und Sanierern an. Sowohl Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bieten starke Fördermöglichkeiten.

Mit Wirksamkeit ab 24. Januar 2020 hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau die Förderbedingungen für energieeffizienten Neubau bzw. energieeffiziente Sanierung deutlich verbessert. In den Programmen 153 (energieeffizient Bauen – Kredit) und 151 (energieeffizient Sanieren – Kredit) wurden die Kreditbeträge um jeweils 20.000,00 € auf max. 120.000,00 € aufgestockt, was natürlich auch den derzeit deutlich steigenden Baukosten Rechnung trägt. Außerdem wurden die Tilgungszuschüsse (funktioniert wie eine Sondertilgung in dem Darlehn und wird nach Fertigstellung des Neubaus bzw. Durchführung  der Sanierungsmaßnahmen und  entsprechendem Nachweis eines Sachverständigen durch die KfW dem Darlehnskonto gutgeschrieben). Der Tilgungszuschuss verringert damit die Zinsbelastung ab Gutschrift und verkürzt die Darlehnslaufzeit.

Im Bereich des Programmes 152 (Energieeffizient Sanieren Einzelmaßnahmen – Kredit) wurde der maximale Kreditbetrag von 50.000,00 € zwar nicht erhöht, der Tilgungszuschuss jetzt aber auf maximal 20 % (also  10.000,00 € festgesetzt).

Konsequent ist die KfW allerdings in der Beurteilung von Ölheizungen. Planen Sie in Ihrem KfW-Effizienzhaus eine Öl-Heizung einzubauen, dann können Sie seit dem 01.01.2020 keine Förderung mehr erhalten.

Sie können Ihre energetischen Maßnahmen aus Eigenkapital finanzieren? Prima – auf eine Förderung der KfW müssen Sie trotzdem nicht verzichten. Die KfW bietet für viele Verwendungszwecke auch alternativ Investitionszuschüsse an.

Tipps: Bei vielen Maßnahmen können Sie auch einen Zuschuss für eine professionelle Baubegleitung erhalten. Zusätzliche Förderungen gibt es von der KfW für die Reduzierung von Barrieren oder den Einbruchschutz.

Auch im Bereich der KfW-Förderung für Nichtwohngebäude (Büros etc.) wurden die Fördermöglichkeiten in einigen Bereichen verbessert.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet seit Jahresanfang Zuschussförderungen für Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien:

Was wird gefördert?

In Neubauten werden Solarkollektoranlagen mit 30% der förderfähigen Kosten und Biomasse- sowie Wärmepumpenanlagen mit 35% der förderfähigen Kosten gefördert, sofern sie die entsprechenden technischen Mindestanforderungen erfüllen.

In bestehenden Gebäuden, d. h. solchen, in denen zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits seit mehr als 2 Jahren ein Heizungs- bzw. Kühlsystem in Betrieb genommen war, das ersetzt oder unterstützt werden soll, werden gefördert:

  • Solarthermieanlagen
  • Biomasseanlagen
  • Effiziente Wärmepumpenanlagen
  • Hybridheizungen
  • „Renewable Ready“ Gas-Brennwertheizungen
  • Austauschprämie für Ölheizungen

Bei einer Austauschpflicht gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV)
§ 10 kann keine Förderung gewährt werden.

Die Höhe der Förderung wird als prozentualer Anteil der tatsächlich für den Austausch bzw. die Erweiterung der Heizungsanlage entstandenen förderfähigen Kosten berechnet. Dabei werden auch die Kosten für notwendige Umfeldmaßnahmen zur Installation der neuen Anlage berücksichtigt.

Seit dem 02.01.2020 können Anträge über das elektronische Antragsformular beim BAFA gestellt werden.

Wichtig zu beachten:

Die Antragstellung muss vor Vorhabenbeginn erfolgen. Als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Planungsleistungen dürfen vor Antragstellung erbracht werden. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA. 

Die gleichzeitige Beantragung anderer Fördermittel für die gleichen förderfähigen Kosten ist grundsätzlich möglich, sofern die Summe aus Krediten, Zuschüssen und Zulagen die Summe der förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Mit einer Förderung aus den im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms aufgelegten KfW-Programm ist eine Kumulierung nur bei den KfW-Programmen Energieeffizient Bauen“ (Programmnummer 153) und „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“ (Programmnummer 167) möglich.

Nicht zulässig ist eine Kumulierung mit der Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden (§ 35 c Einkommenssteuergesetz).

Übrigens: Neben der KfW und dem BAFA gibt es noch Fördermöglichkeiten der NRW-Bank und vereinzelt auch noch der Energieversorgungsunternehmen und Kommunen.

Haben Sie noch Fragen? Dann können Sie gerne mit uns einen Termin vereinbaren!

Warendorf, 29.01.2020

Herzlichst

Ihr Andreas Ellebracht